Gute Fragen für die Selbst-Seelsorge

Ich habe einen Kompass zum beantworten von schwierigen Fragen gefunden. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, ob ich etwas tun oder lassen soll, oder ob etwas gut, bzw. schlecht für mich ist, helfen diese vier Fragen ungemein:

  1. Was sagt Gott dazu?
    Es gibt Dinge, die verurteilt Gott. Und wenn das so ist, hat er sicher einen guten Grund dafür. Deshalb steht diese Frage für mich auch an erster Stelle.
  2. Was sagt das Gesetz dazu?
    Manche Dinge kommen nicht in der Bibel vor, doch in Gesetzestexten des eigenen Landes steht etwas darüber.
  3. Macht es abhängig?
    Hat die Sache die ich tun möchte das Potential mich süchtig oder abhängig zu machen? Werde ich unfrei durch diese Tätigkeit?
  4. Ist es hilfreich?
    Zu guter letzt steht noch die Frage, ob mir die Sache überhaupt weiterhilft. Was ist der Gewinn? Was nutzt mir die Sache?

Beispiel: Soll ich mit dem Rauchen anfangen?

A.) Gott sagt nichts direkt dazu.
B.) Das Gesetz warnt mich auf den Zigarettenpäckchen.
C.) Es macht abhängig.
D.) Es wirkt sich lediglich zerstörerisch auf meinen Körper aus… und mal ehrlich: Wer küsst schon gerne jemanden, dessen Mund nach Aschenbecher schmeckt.

Beispiel: Soll ich einen Teil meines Geldes einer Gemeinde spenden?

A.) Gott sagt im Alten und Neuen Testament positives dazu.
B.) Das Gesetz ist zufrieden, wenn du deine Steuern bezahlst und findet, Leute die Spenden sind toll, weil das die Wirtschaft ankurbelt.
C.) Spenden macht unabhängig von materiellen Dingen.
D.) Und es ist hilfreich sich auf wesentliches im Leben zu konzentrieren.

Beispiel: Soll ich mich tätowieren lassen?

A.) In der Bibel wird man zu einem guten Umgang mit dem eigenen Körper aufgerufen. Schliesslich möchte Gott in jedem Menschen wohnen. Zu Tätowierungen als Körperschmuck findet sich jedoch reichlich wenig in der Bibel.
B.) Vielleicht braucht es ein Mindestalter. Da müsste man sich informieren. Bekannt ist mir jedoch, dass es bestimmte Symbole gibt, die nicht tätowiert werden dürfen, bzw. in der Öffentlichkeit bedeckt bleiben müssen (z.B. Hakenkreuze). Auch können Tätowierungen als Einstellungskriterium von Arbeitgebern verwendet werden. Mit anderen Worten: Man wird vielleicht nicht eingestellt, weil man eine Tätowierung hat. Fazit: Der Gesetzgeber verbietet es nicht. Man nimmt jedoch “gesellschaftliche Einschränkungen” mit einer Tätowierung in Kauf.
C.) Auf einem Flug von Seattle nach Philadelphia erzählte mir ein Russe, der an beiden Händen tätowiert war: “Es ist, als würdest du dem Tatoo gehören… du bist nicht mehr frei.” Da Tätowierungen stets am Körper bleiben, können sie auch Handlungen beeinflussen. Andere würden vielleicht sagen: Das Tatoo ist ein Symbol für einen Lebensabschnitt oder eine Geschichte die ich erlebt habe. Fazit: Ich habe beides an Reaktionen zu Tatoos gehört: Einige Leute bereuen die Tätowierung als Einschnitt in in die persönliche Freiheit. Sie sagen, dass die Tätowierung den Lebenskomfort gesenkt hat. Andere freuen sich auch noch nach Jahren an der eigenen Tätowierung. Gerade in den USA hat man das Gefühl, dass das Tätowierungsgewerbe boomt.
D.) Hilfreich auf dem Arbeitsmarkt: Eher nicht. Hilfreich zur Selbstverwirklichung: Möglich wär’s. Hilfreich in der Beziehung zu Gott: Ich bezweifle es.

Hier liegt mir als Ratsuchendem eine Pattsituation vor: Einerseits hätte ich gerne eine Tätowierung… sonst hätte ich ja nicht danach gefragt. Andererseits sind damit so viele Risiken verbunden, dass ich mir vorerst keins stechen lassen würde.

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